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23.04.2019

Logistik meets Ökologie

Foto1: Gerd Mahlmann (Mitte) mit seinen beiden Söhnen vor einem der neuen Langauflieger Typ 1. Foto 2: Projekteiter Christian Einwohlt vor dem neuen Kaffee-Automaten, der auf Mehrweg- statt auf Einwegtassen setzt. (Quelle: MÖBELMARKT/Arnd Schwarze)

 

Ein Artikel aus der Fachzeitschrift "MÖBELMARKT" (04/2019) von Arnd Schwarze

 

Logistik meets Ökologie

Speditionen gelten nicht gerade als ökologische Vorzeige-Unternehmen. Schließlich spulen sie endlose Kilometer mit den aktuell stark verpönten Dieselmotoren auf Europas Fernstraßen herunter und produzieren dabei jede Menge CO2 und andere Schadstoffe. Doch der Waren- und Güterverkehr ist aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Ohne die Spediteure würde unsere moderne Gesellschaft schlicht zusammenbrechen. Aber das heißt nicht, dass man dabei nicht auf die Umwelt achten kann, dachte man sich bei Mahlmann aus Steinheim und handelte. Denn während bestimmte Emissionen unvermeindlich sind, können an anderer Stelle Schadstoffe, Abfall und Emissionen sehr wohl vermieden werden.

Den Anstoß lieferte der Kreis Höxter, in dem Steinheim liegt. Hier wird bereits zum zweiten Mal das Projekt "Ökoprofit" mit der heimischen Wirtschaft umgesetzt. Unterstützt werden die teilnehmenden Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen dabei von einem spezialisierten Consulting-Unternehmen mit dem treffenden Namen "B.A.U.M.". Die Umweltschutz-Experten moderieren die gemeinsamen Sitzungen zum Erfahrungsaustausch und bringen dabei auch immer neue Anregungen ein. Gleichzeitig beraten sie die Teilnehmer auch durch Begehungen in den Unternehmen vor Ort sowie durch Analysen zu den spezifischen Möglichkeiten. Denn jedes Unternehmen ist anders und dementsprechend unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten zur Energie-Einsparung oder Abfallvermeidung: "Wenn man Umweltschutz nur "nebenbei" betreiben will, dann ist es sehr schwierig, etwas zu erreichen", so Christian Einwohlt, bei Mahlmann zuständig für Controlling und Prozessoptimierung. Denn in vielen Bereichen kenne man einfach nicht die Möglichkeiten oder übersehe sie.

Jeder tut, was er kann!

Dabei haben sich auch den "Mahlmännern", eine Reihe von Möglichkeiten aufgetan, ihre ganz individuelle Ökobilanz zu verbessern - und oftmals dabei auch noch Geld zu sparen. Dabei geht es auch um kleine Dinge mit großer Wirkung. So hat man bei Mahlmann die Kaffee-Automaten ausgetauscht und verwendet nun keine Einweg-Kunststoffbecher mehr, sondern quasi unzerstörbare Tassen aus Hart-Plastik. "Das klingt erstmal nach einer Kleinigkeit, aber wir sparen dadurch 25.000 Plastikbecher im Jahr ein - und damit auch mehr als eine Tonne CO2 und etwa 1.000 Euro", so Einwohlt, der die dreiköpfige Projektgruppe leitet. Beim lokalen Energieversorger ist es zudem gelungen, die Belieferung kostenneutral auf Ökostrom unzustellen, was nicht nur mehr als 200 Tonnen CO2 im Jahr einspart, sondern auch 120 Gramm radioaktiven Abfall. Gleichzeitig wird sukzessive die Beleuchtung in den Hallen und an den Rampen auf LED-Technik umgestellt. Was erst mal aufwändig klingt, amortisiert sich bereits nach etwa zwei Jahren und spart danach jedes Jahr 15.000 Euro Stromkosten ein. Positiver Nebeneffekt: Die Beleuchtungssituation verbessert sich an vielen Stellen auch noch. "Bei allen Maßnahmen müssen wir ja auch die Mitarbeiter mitnehmen. Und ein Schlüssel dafür ist, dass es eben nicht nur Veränderungen gibt, sondern auch spürbare Verbesserungen. Das erhöht die Akzeptanz dafür, dass sich jeder auch ein wenig umstellen muss", so Einwohlt. Aber auch im Kernbereich der Spedition tut sich etwas. So hat Mahlmann 2018 in zwei Langauflieger vom Typ 1 investiert, die bei 1,3 Meter mehr Ladefläche rund 8 Kubikmeter mehr Volumen aufnehmen können und so 10% Kraftstoff und CO2 einsparen. Für den Prozess-Experten Einwohlt ist der Umweltschutz eine kontinuierliche Daueraufgabe, mit der man nie fertig ist. So kann er sich durchaus vorstellen, dass man in dem sehr papierlastigen Speditionsgewerbe irgendwann sogar durch digitale Lieferscheine und Frachtpapiere große Mengen Papier einsparen kann. Bis es soweit ist, freut er sich aber schon einmal über die problemlose Umstellung auf Recyclingpapier, die man bereits umgesetzt hat.